Bei Gelenkschmerzen hängt die Zahl auf der Skala davon ab, wann du sie notierst. Morgens nach dem Aufstehen, nach dem Einkauf und nachts im Bett tut dasselbe Knie auf drei verschiedene Arten weh. Ein Schmerztagebuch bei Arthrose hält diese Arten auseinander, damit du und deine Ärztin seht, welche sich verändert.
Das gilt für die Arthrose, den Verschleiß des Gelenkknorpels, und für entzündlich-rheumatische Erkrankungen wie die rheumatoide Arthritis. Beide verlaufen unterschiedlich, und die Unterschiede zeigen sich in den Details, die du mitschreibst. Die Einordnung übernehmen deine Hausärztin oder dein Rheumatologe, du lieferst die Beobachtung.
Vier Schmerzformen, getrennt notiert
| Form | Woran du sie erkennst | Was du notierst |
|---|---|---|
| Morgensteifigkeit | Das Gelenk ist nach dem Aufstehen steif und wird mit Bewegung freier. | Minuten, bis es sich gewohnt bewegen lässt |
| Anlaufschmerz | Die ersten Schritte nach dem Sitzen tun weh, nach kurzer Zeit lässt es nach. | Situation und Minuten bis zur Besserung |
| Belastungsschmerz | Es schmerzt während oder nach Treppen, Tragen oder langem Gehen. | Art und Dauer der Belastung |
| Ruheschmerz | Es schmerzt ohne Bewegung, auch nachts. | Uhrzeit und ob du davon aufwachst |
Die Dauer der Morgensteifigkeit fragen Ärztinnen gezielt ab, weil sie bei entzündlichen und bei verschleißbedingten Gelenkerkrankungen oft unterschiedlich ausfällt. Schreib die Minuten auf und überlass die Deutung der Praxis. Tritt Ruhe- oder Nachtschmerz neu auf, gehört diese Veränderung in den nächsten Termin.
Damit das Notieren schnell geht, hilft eine feste Kurzform in der Notiz, zum Beispiel „MS 25“ für 25 Minuten Morgensteifigkeit, „AS“ für Anlaufschmerz oder „BS Treppe“. Du kannst dafür auch eigene Tags anlegen, etwa „Anlaufschmerz“, „Treppe“ oder „Schwellung“. Tags lassen sich später zählen und vergleichen.
Jedes Gelenk für sich
Packst du das linke Knie und die rechte Hand in einen Wert, entsteht eine Kurve, die zu keinem der beiden Gelenke passt. Bei entzündlichem Rheuma können mehrere Gelenke gleichzeitig betroffen sein, bei Arthrose stehen oft ein oder zwei Gelenke im Vordergrund. Für beide Fälle gibt es einen passenden Aufbau:
- Eine Schmerzdefinition je Gelenk, etwa „Knie links“ und „Daumensattel rechts“. Jedes Gelenk bekommt eine eigene Farbe und Kurve. Das passt, wenn wenige Gelenke dein Leben bestimmen.
- Eine Definition „Gelenke“ und dazu bei jedem Eintrag die betroffenen Körperstellen. Das passt, wenn die Schmerzen wandern oder viele Gelenke beteiligt sind.
Neben dem Schmerz lohnt sich einmal pro Woche eine Angabe zur Funktion. Notiere deine Gehstrecke ohne Pause, ob du die Treppe in einem Zug schaffst und ob du ein Glas aufdrehen oder Knöpfe schließen kannst. An solchen Angaben sieht deine Ärztin, was dich die Gelenke im Alltag kosten, und das zeigt eine 6 auf der Skala allein nicht.
Schübe markieren
Bei der rheumatoiden Arthritis wechseln ruhigere Phasen mit Schüben. Auch eine Arthrose kann sich entzünden, Ärzte sprechen dann von einer aktivierten Arthrose. Das Gelenk ist in beiden Fällen oft geschwollen, warm und schmerzt stärker als sonst. Notiere zum Beginn eines Schubs:
- das Datum, an dem es anfing
- die betroffenen Gelenke
- Schwellung, Überwärmung oder Rötung, jeweils ja oder nein
- die Dauer der Morgensteifigkeit an diesen Tagen
- was du in den Tagen davor gemacht hast
Trag auch das Ende des Schubs ein. Nach einigen Monaten liest du dann ab, wie oft Schübe kamen und wie lange sie dauerten. Deine Hilfen für solche Tage hältst du in einem Plan für Schmerzschübe fest.
Behandlungsschritte sind eigene Einschnitte: eine Spritze ins Gelenk, der Beginn einer Basistherapie, ein Block Physiotherapie. Schreib ab etwa vier Wochen vorher mit, dann hast du einen Vergleich für die Wochen danach. Viele Menschen mit Arthrose berichten außerdem, dass ihre Gelenke auf Wetterumschwünge reagieren. Für dich selbst prüfst du das mit dem Vier-Wochen-Selbsttest zu Wetter und Schmerz.
Was du in den Termin mitnimmst
Nach sechs bis acht Wochen hast du Angaben, mit denen deine Ärztin arbeiten kann:
- typische Dauer der Morgensteifigkeit und ob sie sich verändert hat
- Zahl der Tage mit Belastungsschmerz und die auslösende Belastung
- Nächte mit Ruheschmerz
- Schübe mit Zahl, Dauer und betroffenen Gelenken
- deine Gehstrecke ohne Pause, Treppen, Greifen
Den allgemeinen Aufbau eines Tagebuchs, das du über Monate durchhältst, beschreibt Schmerztagebuch führen.
Lass dich zeitnah ärztlich untersuchen, wenn ein Gelenk plötzlich heiß, gerötet und stark geschwollen ist, vor allem zusammen mit Fieber. Dasselbe gilt für ein Gelenk, das du nach einem Sturz nicht mehr belasten kannst, und für neue Schwellungen an mehreren Gelenken.
So bildet SchmerzTrack das ab
Kostenlos ist eine aktive Schmerzdefinition. Damit wählst du den Aufbau mit einer Definition „Gelenke“ und setzt pro Eintrag über „+ Stelle hinzufügen“ ein oder mehrere Gelenke auf der Figur. Finger lassen sich dabei nicht einzeln wählen, die Figur fasst Handgelenk und Hand zu einer Region zusammen. Das genaue Fingergelenk schreibst du in die Notiz. Die Körperkarte in der Auswertung zeigt dir für 7 und 30 Tage, welche Gelenke am häufigsten und am stärksten schmerzen. Eigene Tags legst du unter „Mehr“ → „Tags“ an. Einen Schub oder eine Gelenkspritze trägst du als Ereignis ein, etwa mit der Art „Sonstiges“ oder „Therapie begonnen“. Auch das ist kostenlos.
Mit SchmerzTrack Pro legst du für jedes Gelenk eine eigene Schmerzdefinition an, siehst die Körperkarte über 90 Tage oder den gesamten Zeitraum und bekommst zu jedem Ereignis den Vergleich von vorher und nachher. Der PDF-Arztbericht enthält auf Wunsch die Körperkarte mit den häufigsten Stellen.
Häufige Fragen
Wie führe ich ein Schmerztagebuch bei Arthrose? Trag mindestens einmal täglich die Stärke ein und notiere, ob es Morgensteifigkeit, Anlauf-, Belastungs- oder Ruheschmerz war. Führe stark betroffene Gelenke getrennt und schreib einmal pro Woche auf, was du im Alltag noch schaffst.
Was ist der Unterschied zwischen Anlaufschmerz und Belastungsschmerz? Anlaufschmerz kommt bei den ersten Bewegungen nach einer Pause und lässt nach kurzer Zeit nach. Belastungsschmerz baut sich bei längerer oder schwerer Belastung auf, etwa auf der Treppe oder beim Tragen.
Wie dokumentiere ich einen Rheumaschub? Notiere Beginn und Ende, die betroffenen Gelenke, Schwellung und Überwärmung sowie die Dauer der Morgensteifigkeit. Bring diese Angaben zum nächsten Termin in der rheumatologischen Praxis mit.
Hat das Wetter Einfluss auf Arthroseschmerzen? Viele Betroffene berichten davon, die Studien kommen zu unterschiedlichen Ergebnissen. Prüfe es an deinen eigenen Daten, zum Beispiel mit dem Tag „Wetter hat umgeschlagen“ über mehrere Wochen.
SchmerzTrack ist kein Medizinprodukt und ersetzt keine ärztliche Diagnose oder Behandlung. Die App dient der persönlichen Dokumentation und Selbstbeobachtung.