So führst du dein Schmerztagebuch
Ein Schmerztagebuch ist kein Aufsatz. Es funktioniert am besten, wenn ein Eintrag so kurz ist, dass du ihn auch an schlechten Tagen schaffst. Hier reicht eine Zahl von 0 bis 10 und ein Tipp auf „Eintrag speichern“. Alles andere ist freiwillig und lässt sich später ergänzen.
Lege dir einen festen Zeitpunkt fest, etwa abends vor dem Schlafengehen, und notiere zusätzlich, wenn sich etwas deutlich ändert: ein starker Schub, eine Tablette, ein auffälliger Auslöser. Auch Tage ohne Schmerzen gehören hinein. Eine 0 ist eine wichtige Information, denn erst sie zeigt, wie oft es dir gut geht.
Was in einen Eintrag gehört
Ärztinnen und Ärzte fragen fast immer dieselben Dinge. Wenn du sie regelmäßig festhältst, musst du im Termin nicht aus dem Gedächtnis schätzen:
- Stärke auf der Skala von 0 bis 10, möglichst immer nach demselben Maßstab
- Körperstelle, bei wechselnden Orten jedes Mal neu
- Schmerzart, zum Beispiel stechend, dumpf, brennend oder ziehend
- Medikament und Dosis, vor allem bei Schmerzmitteln nach Bedarf
- Umstände wie Schlaf, Stress, Belastung, Wetter oder Periode
- eine kurze Notiz zu dem, was geholfen oder geschadet hat
Wie lange solltest du es führen?
Für ein erstes Bild reichen oft zwei bis vier Wochen. Bei Kopfschmerzen und Migräne wird ein Kalender oft über mehrere Monate geführt, weil Muster wie die Zahl der Kopfschmerztage pro Monat oder die Tage mit Schmerzmitteln erst über längere Zeit sichtbar werden. Wenn eine neue Behandlung beginnt, lohnt es sich, schon ein paar Wochen vorher zu notieren. Dann lässt sich später vergleichen, ob sich etwas verändert hat.
Was die Ärztin oder der Arzt daraus liest
Ein Termin ist eine Momentaufnahme. Das Tagebuch zeigt den Verlauf: Wie oft treten Schmerzen auf, wie stark, wie lange? Gibt es Tage, an denen du deutlich mehr Medikamente brauchst? Wirkt ein Mittel, und wie schnell? Treten Schübe nach bestimmten Belastungen, nach schlechtem Schlaf oder zu bestimmten Zeiten im Zyklus auf?
Der Bericht dieser Seite fasst das auf einer Seite zusammen: Zeitraum, Zahl der Einträge, durchschnittliche Stärke, schmerzfreie Tage, Tage mit Medikament, häufige Stellen, Schmerzarten und Umstände, dazu eine Grafik. Danach folgt die vollständige Tabelle. So kann deine Ärztin in einer Minute erfassen, worum es geht, und bei Bedarf ins Detail gehen. Notiere deine Fragen im Feld unten auf der ersten Seite.
Die Auswertung unter „Notiert bei höheren und niedrigeren Werten“ ist bewusst vorsichtig. Sie zählt nur, was du selbst eingetragen hast. Ob ein Umstand den Schmerz tatsächlich beeinflusst, lässt sich daraus nicht ablesen, vor allem nicht bei wenigen Einträgen. Sie ist ein Anlass für ein Gespräch, kein Ergebnis.
Online, auf Papier oder in der App?
Jede Form hat ihre Stärken. Eine Vorlage auf Papier liegt griffbereit neben dem Bett und braucht keine Technik. Eine Excel-Tabelle lässt sich frei anpassen. Ein Schmerztagebuch online wie dieses rechnet Durchschnitt, schmerzfreie Tage und Verlauf selbst aus und erstellt den Bericht für dich. Eine App kann zusätzlich an den Eintrag erinnern, und das ist für viele der Punkt, an dem es nach zwei Wochen sonst einschläft. Wichtiger als das Werkzeug ist, dass du dabei bleibst und immer gleich bewertest.
Datenschutz: deine Daten bleiben bei dir
Gesundheitsdaten sind besonders schützenswert. Deshalb läuft dieses Tagebuch vollständig in deinem Browser. Es gibt kein Konto, und deine Einträge werden nicht an unseren Server geschickt. Sie liegen im lokalen Speicher deines Browsers auf diesem Gerät. Bericht, CSV und Sicherung entstehen ebenfalls dort.
Das hat eine Kehrseite: Löschst du die Browserdaten oder nutzt du ein anderes Gerät, sind die Einträge dort nicht vorhanden. Lade deshalb regelmäßig eine Sicherung herunter. Auf einem neuen Gerät öffnest du diese Seite und lädst die Datei mit „Sicherung laden“. Auf gemeinsam genutzten Computern solltest du am Ende „Alle Einträge löschen“ wählen.
Häufige Fragen
Ist das Schmerztagebuch wirklich kostenlos?
Ja. Es gibt keine Anmeldung, keine Testphase und keine Grenze bei der Zahl der Einträge. Bericht, CSV-Export und Sicherung sind ebenfalls kostenlos.
Wo werden meine Einträge gespeichert?
Nur im lokalen Speicher deines Browsers auf diesem Gerät. Wir erhalten deine Einträge nicht. Wenn du die Browserdaten löschst, sind auch die Einträge weg. Lade deshalb ab und zu eine Sicherung herunter.
Wie bekomme ich ein PDF für meinen Arzt?
Tippe auf „Bericht für den Arzt“ und wähle im Druckdialog „Als PDF speichern“ statt eines Druckers. Du bekommst eine Seite Zusammenfassung mit Grafik und danach die Tabelle aller Einträge im gewählten Zeitraum.
Kann ich das Tagebuch auf dem Handy und am Computer nutzen?
Ja, die Seite funktioniert in jedem aktuellen Browser. Die Einträge gleichen sich aber nicht automatisch ab. Für einen Wechsel lädst du auf dem einen Gerät die Sicherung herunter und auf dem anderen mit „Sicherung laden“ wieder hoch.
Kann ich die Einträge in Excel öffnen?
Ja. Der CSV-Export öffnet sich in Excel, Numbers oder LibreOffice. Jede Zeile ist ein Eintrag mit Datum, Uhrzeit, Stärke, Körperstelle, Schmerzart, Umständen, Medikament, Dosis und Notiz.
Was ist der Unterschied zur App SchmerzTrack?
Das Web-Tagebuch deckt das Wichtigste ab und braucht keine Installation. Die App erinnert dich ans Eintragen, bietet ein Widget (nur iPhone), verwaltet Medikamente mit Erinnerungen und mit Pro eine Auslöser-Analyse, Monatsberichte und einen PDF-Arztbericht. Einträge aus dem Browser lassen sich nicht in die App übernehmen.
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Quellen und weiterführende Informationen
- Deutsche Schmerzgesellschaft: Schmerztagebücher
- gesund.bund.de (Bundesministerium für Gesundheit): Chronische Schmerzen
Das Tagebuch hilft beim Festhalten. Es stellt keine Diagnose und ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei plötzlichen, sehr starken oder ungewohnten Schmerzen hol dir sofort ärztliche Hilfe, im Notfall über die 112.