Eine Schmerz-Auslöser-App hilft dir bei zwei Fragen: unter welchen Umständen es mehr wehtut und ob eine neue Behandlung etwas verändert hat. SchmerzTrack hat für jede Frage ein eigenes Werkzeug. Mit Tags hältst du bei jedem Eintrag fest, was an dem Tag los war, und die Auslöser-Analyse rechnet aus, welche Tags mit höheren Werten zusammenfallen. Mit Ereignissen markierst du den Tag, an dem sich an deiner Behandlung etwas geändert hat, und vergleichst die Wochen davor mit den Wochen danach.
Aus dem Gedächtnis beantwortest du beides schlecht. Nach einem schlimmen Tag suchst du einen Grund und findest auch einen. An die ruhigen Tage mit demselben Umstand erinnerst du dich kaum.
Tags setzen und Ereignisse anlegen kostet nichts. Die beiden Auswertungen gehören zu SchmerzTrack Pro.
Tags: festhalten, was den Tag begleitet hat
So setzt du Tags beim Eintragen:
- Tippe auf den Plus-Kreis in der Mitte der Leiste und wähle deine Intensität.
- Tippe auf „+ Tags hinzufügen“. Der Katalog klappt auf.
- Wähle die Umstände, etwa „habe schlecht geschlafen“ oder „bin gestresst“. Dazu kommt bei Bedarf die Schmerzart, etwa stechend, dumpf oder pochend.
- Speichere den Eintrag. Die Tags stehen danach unter dem Eintrag im Tagebuch.
Fehlt dir ein Umstand, legst du ihn unter Mehr → Tags an: Namen unter „Neuer Tag“ eintippen, dann „Tag anlegen“. Ein eigener Tag wie „Wetterumschwung“ oder „Bildschirmarbeit“ erscheint ab dann im Katalog. Im selben Screen löschst du Tags, die du nicht brauchst, auch vorgegebene. Ein gelöschter Tag verschwindet aus allen Einträgen, und die Rückfrage nennt dir vorher die Zahl.
Zwei Gewohnheiten machen die spätere Auswertung brauchbar. Setze einen Tag jedes Mal, wenn der Umstand zutrifft, auch an guten Tagen. Und trag an Tagen ohne den Umstand trotzdem ein. Die Analyse vergleicht Einträge mit einem Tag gegen Einträge ohne ihn, und ohne die zweite Gruppe fehlt ihr der Vergleich.
Die Auslöser-Analyse lesen (Pro)
Du findest sie auf der Seite Auswertung in der Karte „Erkenntnisse“, Ansicht „Auslöser“. Sie nimmt die letzten 180 Tage und vergleicht für jeden Umstand deine Intensität an Einträgen, die ihn tragen, mit allen übrigen. Gerechnet wird mit der Abweichung vom Durchschnitt des jeweiligen Schmerzes. So bleiben eine 0-10-Skala und ein Ja/Nein-Schmerz vergleichbar. Neben den Umständen wertet SchmerzTrack die Schmerzarten und die Wochentage aus.
Ein Umstand erscheint, sobald im Zeitraum mindestens 12 Einträge liegen, davon 4 mit und 4 ohne ihn. Liegt der Unterschied unter 0,5 Punkten, steht er grau in der Liste: ausgewertet, „kein deutlicher Unterschied“. Auf der Karte siehst du die vier stärksten Umstände. Gibt es mehr, öffnet ein Knopf ein Sheet mit der vollständigen Liste, dem Zeitraum und der Erklärung der Rechnung. Hinter dem Info-Zeichen zeigt „Stand deiner Tags“, welche Tags schon ausgewertet werden und wie viele Einträge den anderen noch fehlen.
Angenommen, du hast in drei Monaten 70 Einträge gemacht, 15 davon mit „habe schlecht geschlafen“. Liegt deine Intensität an diesen 15 Einträgen im Mittel 1,5 Punkte über deinem Schnitt, steht der Umstand weit oben. Daraus folgt noch keine Ursache. Vielleicht schläfst du schlecht, weil die Schmerzen nachts schon stärker sind. SchmerzTrack schreibt deshalb an jede Auswertung den Hinweis „Zusammenhang, keine Ursache“. Scheinzusammenhänge von echten Mustern zu trennen, erklärt der Ratgeber Schmerzauslöser finden.
Ereignisse: vorher und nachher vergleichen
Ein Ereignis ist ein Kalendertag, an dem sich an deiner Behandlung etwas geändert hat. So legst du eins an:
- Öffne Mehr → Ereignisse und tippe auf „Ereignis hinzufügen“. Alternativ tippst du in der Karte „Erkenntnisse“ in der Ansicht „Ereignisse“ auf „Ereignis anlegen“.
- Wähle unter „Am“ den Tag und unter „Art“ eine von fünf: Medikament gewechselt, Therapie begonnen, Operation, Alltag verändert oder Sonstiges.
- Gib eine „Bezeichnung“ ein, zum Beispiel „Start Physiotherapie“, und bei Bedarf eine „Notiz“.
- Tippe auf „Ereignis anlegen“.
Bei Medikamenten nimmt dir SchmerzTrack einen Schritt ab. Legst du ein Dauermedikament an, setzt es ab oder änderst die Dosis, fragt die App „Als Ereignis markieren?“. Ein Tipp auf „Markieren“ legt das Ereignis an, etwa „Start: …“ oder „Abgesetzt: …“. Alle Ereignisse stehen außerdem im Tagebuch, mit dem Filter „Ereignisse“ siehst du nur sie.
Die Auswertung (Pro) steht in derselben Ansicht „Ereignisse“. Sie vergleicht bis zu 28 Tage vor dem Ereignis mit bis zu 28 Tagen danach. Ein benachbartes Ereignis oder das heutige Datum kürzt beide Zeiträume, und die tatsächlich ausgewertete Länge steht an jeder Auswertung. Ein Ergebnis gibt es nur, wenn beide Seiten genug Einträge an genug verschiedenen Tagen haben. Mehrere Schmerzen zählen gleich viel. Fehlt etwas, nennt die Ereignisliste je Abschnitt, was: Tage bis zur Mindestlänge, Einträge, verschiedene Tage oder Spanne.
Lass deshalb zwischen zwei Änderungen Zeit. Beginnst du Physiotherapie und wechselst in derselben Woche das Medikament, liegen beide Ereignisse so dicht, dass keiner der Zeiträume lang genug wird. Mehr zum sauberen Vorher-Nachher-Vergleich steht in Wirkt meine Schmerztherapie?.
Free und Pro
| Funktion | Free | Pro |
|---|---|---|
| Tags setzen, eigene Tags anlegen | ja | ja |
| Ereignisse anlegen | ja | ja |
| Ereignisse im Tagebuch | letzte 3 Monate | unbegrenzt |
| Vorher/Nachher-Auswertung | nein | ja |
| Auslöser-Analyse | nein | ja |
| Monatsbericht mit dem stärksten Auslöser | nein | ja |
| Ereignisse und Auffälligkeiten im PDF-Arztbericht | nein | ja |
Unter Mehr → Ereignisse siehst du alle Ereignisse auch ohne Pro, ohne Zeitgrenze. Was du in der Free-Version an Tags und Ereignissen sammelst, zählt nach dem Upgrade sofort mit. Die Auslöser-Analyse rechnet über 180 Tage, also auch über Einträge aus der Zeit vor dem Kauf. Monatsbericht und PDF nennen nur deutliche Effekte. Den Weg der Ergebnisse in den PDF-Arztbericht beschreibt ein eigener Artikel.
Für wen sich das lohnt
- Vor einer neuen Behandlung. Markiere den Starttag und trag in den vier Wochen davor und danach regelmäßig ein. Dann hast du für das nächste Arztgespräch einen Vergleich mit Zahlen.
- Bei einem Verdacht auf Auslöser wie Schlaf, Stress oder Alkohol. Nach einigen Wochen mit Tags siehst du, ob der Verdacht in deinen Daten auftaucht.
- Mit mehreren Schmerzen. Ab zwei aktiven Schmerzen wählst du oben auf der Auswertung, welche in die Analyse eingehen.
Beide Auswertungen brauchen ein regelmäßig geführtes Tagebuch als Grundlage. Den Aufbau beschreibt Schmerztagebuch richtig führen.
Häufige Fragen
Findet die App die Ursache meiner Schmerzen? Nein. Die Auslöser-Analyse zeigt Zusammenhänge zwischen Tags und deiner Intensität. Ob dahinter eine Ursache steckt, klärst du mit deiner Ärztin oder deinem Arzt.
Wie viele Einträge braucht die Auslöser-Analyse? Ein Umstand wird ausgewertet, sobald in den letzten 180 Tagen mindestens 12 Einträge liegen, davon 4 mit und 4 ohne ihn. Den Stand je Umstand zeigt das Info-Zeichen der Karte.
Kann ich eigene Auslöser anlegen? Ja. Unter Mehr → Tags legst du eigene Tags an, kostenlos. Sie stehen danach beim Eintragen im Katalog und gehen mit Pro in die Auslöser-Analyse ein.
Was passiert, wenn zwei Ereignisse dicht beieinander liegen? Das Nachbarereignis kürzt die Vergleichszeiträume. Werden sie zu kurz, gibt SchmerzTrack kein Ergebnis aus und nennt im Info-Zeichen der Karte den Grund.
SchmerzTrack ist kein Medizinprodukt und ersetzt keine ärztliche Diagnose oder Behandlung. Die App dient der persönlichen Dokumentation und Selbstbeobachtung.